Unter dem Namen „Lauf-Kultour 07” werden Ende August zwölf Studenten aus Chemnitz den Versuch starten. Deutschland in 19 Tagen zu umrunden – zu Fuß.
Irgendein schlauer Mensch hat einmal gesagt, dass man nur dort wirklich war, wo die Füße einen hingetragen haben. Das klingt im ersten Moment absurd. Dann denk doch mal an den letzten Ostseeurlaub. Sachen packen, ins Auto quetschen oder wahlweise zur Bahn hetzen. Dann einfach nur ankommen. Kannst du dich an die langen, schier endlos scheinenden Straßen Brandenburgs erinnern oder die ersten Möwen kurz vorm Meer? Wahrscheinlich nicht, weil du zwischen Berlin und Rügen verzweifelt auf die Tanknadel geschaut und gehofft hast, dass doch bitte bald eine Tankstelle kommen möge.
Eine Deutschlandumrundung ist dann noch mal ein ganz anderes paar Schuhe. In Zahlen ausgedrückt nämlich 4000 Kilometer. Diese Distanz gilt es für zwölf Studenten aus Chemnitz zu Überwinden. Der Lauf wird nach eigenen Angaben ca. 19 Tage dauern. Das heißt, jeder Starter muss pro Tag zweimal eine Stunde rennen. Das wäre pro Tag und Läufer die Distanz eines Halbmarathons.
Im Schnitt sind das ca. 350 km Gesamtbelastung pro Mann. Start-und Zielpunkt dieses Marathons wird Chemnitz sein. Die Tour wird die Teilnehmer unter anderem an Bayreuth, München, Friedrichshafen (Bodensee). Heidelberg, Mannheim. Bonn. Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Stralsund, Schwedt und Görlitz vorbei- bzw. durchführen.
Zwei zentrale Bestandteile des Konzepts, wie Mitläufer Alex Pohle erklärt, sind dabei die Botendienste und eine Spendeninitiative. Als Boten werden die Läufer kleine, dem Kulturraum Chemnitz eigene Präsente, anderen Städten Überreichen und mit der Spendenaktion sollen Gelder für die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. gesammelt werden. Die Läufer haben sich mit ihrem Vorhaben auf die Fahnen geschrieben, ein Image nach außen zu transportieren. „Zum einen wollen wir ein Bild von Chemnitz als Studienort mit ambitionierten Studenten vermitteln und zum anderen erhoffen wir uns mehr Aufmerksamkeit für die Chemnitzer Region im Allgemeinen”, so Alex Pohle weiter.
Da der Starttermin immer näher rückt, werden die Vorbereitunger immer emsiger. So wurde zum Beispiel schon Kontakt mit der weltgrößten Lauf Zeitschrift „Runners” aufgenommen.
Doch was ist der Grund, sich solchen extremen Belastungen auszusetzen? „Es ist die Suche nach neuen Herausforderungen, das Austesten von Belastungsgrenzen und der simple Drang, Deutschland kennenzulernen”, sagt Alex Pohle abschließend.
Die Läufer werden also bald in die heiße Phase des Trainings eintreten. Auch wenn sie bald in Höchstform sein werden, momentan fehlen noch genügend zugkräftige Sponsoren, die das Team unterstützen wollen. Es wäre schade, wenn ein Projekt wie dieses daran scheitern sollte. Man stelle sich abschließend nur folgendes Bild vor: Friedrichshafen, es ist bewölkt und auf dem Marktplatz stehen ein paar Leute, die verdutzt einem schwitzenden Menschen im Chemnitztrikot und Dreitagebart hinterher schauen und sich fragen, was das gerade war. Ein Bild für die Götter!





