Tag 16 – Lauf-KulTouristen im Goldfieber

Tag 16? Ist da nicht Zielankunft? Insgesamt "reißen" wir dieses Jahr sogar 17 Wochentage an. Allerdings sind wir nur 16 Tage (netto) unterwegs - und eigentlich sogar noch weniger. Denn diese Tour schickt sich an die schnellste aller Zeiten zu werden. Der Tag begann bei eisigen Temperaturen in der Gegend um Amberg. Nachdem diese am Vormittag wieder anstiegen, ließen uns andere Dinge frösteln: Unser Track führte an mehreren Bundeswehrstützpunkten und an dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr vorbei, wo zum Teil heftige Gefechtsübungen im Gang waren. (Teilweise führte unser GPS-Track sogar hindurch – glücklicherweise fanden wir den Radweg außenherum dann doch noch). Tag16_ Um 18 Uhr waren wir vor das Bayreuther Rathaus zum Treffen mit Repräsentanten der Stadt und der DGM geladen. Uns begrüßte nicht etwa der Bürgermeister, sondern Franz Liszt, der brühmte Komponist und Pianist, der eng mit der Stadt Bayreuth verbandelt ist. Aus Chemnitz hatte sich die historische Figur des Stadtbaurates Möbius auf den Weg gemacht, um uns ebenfalls zu begrüßen. Nachdem beide erklärt hatten, dass sie schon einige Jahre tot seinen, erläuterten sie uns Verbindungen der beiden Städte auf kultureller Ebene. Politische Gemeinsamkeiten, u.a. durch das sächsisch-bayrische Städtenetz, holten dann die Stadtvertreter nach. Den ehemaligen Stadtbaurat Möbius trifft man im Übrigen bei historischen Stadtführungen in Chemnitz wieder. Wieder waren auch zwei betroffene von Muskelkrankheiten anwesend. Sie hatten einen prominenten Fürsprecher der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. dabei: Martin Lauer, der 1960 bei den Olympischen Spielen mit der 4x100-Meter-Staffel Gold gewann. Sie bedankten sich für das Engagement der Lauf-Kultour für die DGM, und Martin Lauer legte Carolin Äpfler, stellvertretend für die anderen KulTouristen, die Goldmedaille der Olympischen Spiele um. Tag16

Rad-KulTour-Tagebuch

Tag 16 sollte sich für die Rad-KulTouristen noch einmal als richtige Geduldsprobe herausstellen. Es mussten deutlich mehr als 250 Kilometer abgefahren werden um die Läufer am letzten Tag rechtzeitig vor dem Zieleinlauf einzuholen. Doch was am Oder-Neiße Radweg oder am Rhein so einfach geht, ist im Mittelgebirge um Bayreuth nahezu unmöglich. Nach Wegen über Wiesen folgten weglose Abschnitte an Waldrädern durch dichtes, hohes Gras, sowie abgeholzte Waldschneißen, an denen man das Fahrrad Schultern und so 100 Höhenmeter überwinden musste. Als wäre das nicht genug, wurden wir in der Dunkelheit von grobschottrigen Untergründen und moorartigen Pfaden überrascht. So war ein Weiterkommen nur minimal über der Läufergeschwindigkeit möglich und verlangte von uns eine scheinbar nicht enden wollende Nachtfahrt. Doch der Gedanke an das nun schon zum Greifen nahe Ziel lies uns auch diese Hürde überwinden. Noch einmal kurz schlafen und dann hat uns Chemnitz auch schon wieder.

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