Tag 5 – Vom dunklen Matsch in sonnigen Luxus

09.09.2013 - von Uttenhofen nach Nonnenweier

Der Wechsel um 2:00 Uhr nachts, wenn die Radbegleiter und Läufer sich zugleich ablösen, fand heute in einem idyllischen kleinen Örtchen namens Uttenhofen statt. Das Hauptregenfeld war schon wieder abgezogen und kaum, dass der nächste Läufer um 2:03 Uhr auf der Srecke war, kam ein Anruf vom Streckenhandy. "Das Fahrrad ist im Eimer" hieß es und sofort stürzte Matthias mit dem Ersatzrad los, um den Zeitverzug nicht größer werden zu lassen. Später berichtete Benno von seiner abenteuerlichen Elf-Kilometer-Etappe: Sie dauerte zwei Stunden, weil die Kopflampe ausgefallen war und er und sein Läufer Steffen Öhmi den Fahrraddynamo per Hand bedienen mussten, um besser erahnen zu können, wo der schlammige Weg im Regen mitten im Wald hinführt. Keiner konnte ahnen, dass das Chaos zu dem Zeitpunkt immer noch nicht ganz perfekt war. Steffen Kehrer durfte zwischen 4:20 Uhr und 6:30 Uhr eine Doppelschicht laufen, weil er und sein Wohnmobil sich verpasst hatten. Zum Glück haben die Läufer mittlerweile einen fast übernatürlichen siebten Sinn für die Länge der Streckenabschnitte bekommen. So rief Steffen sein Team noch rechtzeitig an, kurz bevor seine Laufstrecke einem Halbmarathon hätte entsprechen können, um seine Bedenken bezüglich der punktgenauen Übergabe an den nächsten Staffellläufer zu äußern. Nach ca. 10 Minuten, in denen er Zeit hatte, sich schonmal zu dehnen, fand der Bus ihn dann auch an der richtigen Brücke.

6:15 Uhr ging die Sonne auf. Der Regen war ganz vorüber und sogar ein paar Wolkenlöcher mit blauem Himmel dahinter zeichneten sich ab. Bald glitzerte die Wutach in der Sonne und all die Kälte, der Matsch und die Nässe der Nacht waren vergessen. Eine Gruppe Radfahrer, die auch Richtung Freiburg unterwegs waren, begleiteten unseren Läufer ein Stück und waren begeistert von unserem sportlichen Vorhaben. Doch noch begeisterter über die Leistung der 20 Studenten war die Besitzerin eines Wohnmobilparkplatzes in Murg bei Lörrach. Obwohl sie uns im ersten Moment noch Geld für Parkgebühren abnehmen wollte, gab sie uns am Ende etwas in die Spendenkasse für die deutsche Krebsgesellschaft und bot uns darüber hinaus eine erfrischende Duschmöglichkeit im angrenzenden Freibad an. Diese konnte leider nur die Hälfte der Busse in Anspruch nehmen, da der Rest weiter dem Läufer und seinem Radbegleiter nachfuhr. Die folgenden dreißig Kilometer sollten vor allem den Radbegleitern Schweiß, Maximalkraft und Ausdauer abfordern. Durch`s wunderschöne badische Land über "die sieben Berge" führte sie der Weg weiter Richtung Freiburg. Auf der letzten Vormittagsetappe von Team 3 rief Robin plötzlich überrascht: "Ehh, die Kamerafrau läuft ja wirklich mit!". Laufen ist Freiheit und die Freiheit teilen zu können, ist für jeden Läufer der Lauf-KulTour noch schöner. So war Jeannette für 10km in läuferischer Begleitung und Stephanie hatte kurz Drehpause. Danach war die Schicht für Radbegleiter-Team 1 zu Ende und sie konnten kaum erwarten, nach Freiburg zu fahren, wo Tee, Kuchen, eine Dusche und vorallem auch neue Energie für die Laptops bei einer Freundin von Franzi auf sie warteten. Die Gastfreudlichkeit, die allen Lauf-KulTouristen stets entgegengebracht wird, ist überwältigend und nur schwer konnte sich die Gruppe von Freiburg trennen. Jedoch war auch der herausfordernde Ruf des Tracks, der noch vor ihnen lag, unwiderstehlich. Bei Rust hielt das Radbegleiter-Team um 19:30 Uhr an um sich noch 5 Stunden Schlaf zu gönnen. Trotz der Freizeitparkgeräusche in der Nähe, der Schräglage der Betten und dem erneuten Tröpfeln von Regen auf das Wohnmobildach schliefen alle schnell ein. Morgen folgen wir dem Rhein Richtung Norden.

Beitrag aus dem Team >>Radbegleiter 1<<

Es gibt bisher 3 Reaktionen auf diesen Artikel

  1. Respekt mit welchen Unbilden Ihr euch rumschlagen müsst. Da erscheint meine Transalp mit dem Rennrad vor 2 Wochen, schon ein bisschen wie eine Spazierfahrt. Ich hoffe, dass Wetter und Technik halten und Ihr gesund dieses Abenteuer meistert. In Gedanken bin ich bei Euch und hab auch immer ein Auge auf dem Ticker.

    Euer Trainingskamerad
    Martin

  2. Die Namensgleichheit mit Martin Salanga ist nicht zufällig. Wir sind die Elis von Martin.Und wir wünschen allen Teilnehmern weiterhin eine gute Tour mit möglichst wenigen Verletzungen und einem guten Vorrankommen sowie vielen tollen Eindrücken. Wir ziehen vor allen den Hut, solche Leistungen zu meistern.
    Viele Grüße von Conny und Steffen

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