Tag 08 – Auch Sternenhimmel kann trügen

23.09.2016: von Köln nach Hembergen

Was für ein seltsamer Tag. Unser kleines Invalidentaxi rappelt sich langsam wieder auf. Die zusätzlichen Minuten, die uns die Anderen aktuell abnehmen, entlasten uns nicht nur beim Laufen, sondern spenden auch wertvolle Minuten zusätzlichen Schlaf. Jedes der anderen Teams läuft pro Schicht 10 Minuten mehr, Franzi ist meist 1,5 h unterwegs. Zwar fällt Steve-O mit bösem Knie und Apfelmuszeh weiterhin aus, aber Falko läuft nun wieder Stück für Stück mehr und vor allem schmerzfrei – das freut uns alle natürlich sehr.

Unser Morgen beginnt am Düsseldorfer Flughafen. Ich quieke spätestens bei jedem zweiten tiefen Flugzeug euphorisch, doch keiner meiner Teamkollegen beschwert sich.

Shaoens Strecke führt uns immer mehr gen Innenstadt und ich laufe schließlich in Duisburg ein, was irgendwie anders war, als ich es mir vorgestellt hatte: 90 % der Zeit, die ich vom Laufen aktiv wahrgenommen habe, war links ein und das selbe Stahlwerk. Ich hab mich dann entschieden nach rechts zu schauen: einen Augenblick später erschien ein großes Tor mit der Aufschrift „Thyssenkrupp Steel“... Naja... Auf der Suche nach Falkos Wechselpunkt sind wir dann lang, lang im Kreis gefahren und haben ihn schließlich beim ersten Wechselpunkt von Team 3 eingesammelt.

Zum Mittag war dann Bergfest angesagt. Die Hälfte der Tourstrecke liegt nun also hinter uns... das ging irgendwie dann doch schneller als erwartet. Natürlich mussten wir das aber feiern und so verzichteten wir weitestgehend auf unser alltägliches Mittagsschläfchen, denn alle trafen sich zum großen 14-Uhr-Wechsel zum gemeinschaftlichen Pizzavertilgen. Nur ich hab kein Stück der Pizza rein bekommen...

Dafür wurde ich mit Apfelmus und Babybrei versorgt. Tom hatte mir (in weiser Voraussicht... der kennt mich als bester Freund ja dann doch ziemlich gut) Pizzabrötchen mit Aioli besorgt. Die haben geschmeckt, haben aber hinterher auch lang mit meinem Magen diskutiert. Unser Festmal wurde durch den Besuch zweier großer Sportler bereichert: Hendrik Pfeiffer und Christoph Uphues beehrten uns auf ein Motivationsschwätzchen und erzählten uns von ihrem Training, den Wettkämpfen für Deutschland und ihrem harten Tagesablauf.

Falko und ich haben die Zeit außerdem genutzt und uns von den stets hilfsbereiten Kollegen schön massieren lassen. Cori hat dann für alle als Nachtisch unglaubliche, selbstgebrannte Nüsse gezaubert.

Ein paar Fotos später bricht für uns auch schon die nächste Schicht an, alle sind müde, der Mittagsschlaf fehlt schon sehr. Shaoen läuft bei fantastischem Wetter mit Tom als Radler und mit zwei begleitenden Mitläufern - und das nicht nur irgendwo entlang, nein, durch einen wunderschönen Schlosspark. Diese schöne Schicht wurde dann für ihn jedoch leider mit starken Bauchschmerzen zur echten Heldentat.

Für mich hieß es dann ab durch Feld und Wald, vorbei an zahlreichen Pferdekoppeln. In der inzwischen tiefsten Finsternis kam ein wunderschöner Sternhimmel zur Geltung und kaum einen Moment davon genossen, springt Toms Fahrradkette runter und ich muss allein weiter. Das nutzt Mutternatur gleich für einen Versuch mich auch noch zur Strecke zu bringen. Mehrmals werde ich heimtückisch von Fallobst angegriffen, den letzten dieser hinterhältigen Äpfel, der mich ungefragt noch am Kopf trifft, esse ich dann aus Protest einfach auf 😀

Falko läuft anschließend wie ein Uhrwerk unsere Schicht zu ende und wir fahren weiter gen Norden.

Eine kleine Anekdote zum Wechsel auf Falko an diesem Tag: Wir halten in einem Wald. Ein Rentner kommt und klopft gegen unsere Scheibe: „Seid Ihr hier um das Ding zu entsorgen?“ „Wie bitte?“ „Na seid Ihr hier um das Wohnmobil zu entsorgen? Dann seid Ihr hier falsch!“... 😀

geschrieben von Franzi aus Team 2

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