Lauf-KulTour 2021 – Tourtagebuch Tag 3 (Dresden)

29.08.21
Verfasser: Kilian

Nach zwei Tagen, an denen das Wetter es nun wahrlich nicht gut mit uns Lauf-KulTouristen meinte, wachte ich morgens auf und studierte die Wetterprognose für den aktuellen Tag. Erfreut nahm ich zur Kenntnis, dass uns Sportlern womöglich ein trockenerer Tag bevor stand, als an den Etappen zuvor. Für den Vormittag war trockenes Wetter angesagt und nachmittags könnte es unter Umständen auf dem Rückweg etwas feucht werden. Mit diesen Informationen wurde die Sachen zurechtgepackt.
Die nasskalten Etappen der letzten beiden Tage führten dazu, dass bei einigen aktiven Sportlern die Energielevel nicht mehr ganz bei 100% waren und sie etwas kürzer treten wollten/mussten. Da uns eine lange Etappe nach Dresden mit 188km und knapp 2.000 Höhenmetern bevorstand, wurde am Vorabend beschlossen, dass nicht jede(r) die komplette Etappe in Angriff nimmt. Die Sportlerinnen, die sich fit fühlten und noch ausreichend Energie hatten, starteten in Chemnitz am Karl-Marx-Kopf. Für die anderen Sportlerinnen hieß es, sich etwas zu schonen, sich das Fahrrad zu schnappen und den Zug nach Dresden zu nehmen. In Dresden traf man dann wieder aufeinander.


Der Ablauf am Morgen verlief wie die Tage zuvor. Wir fitten Sportler trafen uns gegen 5:30 Uhr am "Nischel". Unser Treiben am Karl-Marx-Monument blieb nicht lange unbeobachtet. Schnell wurden wir von umherirrenden Passanten angesprochen und 'zugetextet'. Diese Passanten waren weniger an unserer Aktion interessiert, als viel mehr froh, dass sie jemanden zum Anquatschen gefunden hatten. Als sie realisierten, dass sie bei uns kein offenes Ohr fanden, zogen sie schließlich weiter und wir konnten uns in Ruhe auf unseren Start vorbereiten. Mit fast schon gewohnter Verspätung, begannen wir unsere Etappe gegen 6:25 Uhr. Insgesamt sechs RadfahrerInnen machten sich auf den Weg in unsere Landeshauptstadt nach Dresden. Allerdings wurde Dresden nicht direkt angesteuert. Es wurde ein Schlenker über Meißen und Moritzburg gefahren. Wir sechs Sportler kamen flüssig voran und konnten die leeren Straßen an einem Sonntagmorgen super nutzen. Ein erster unplanmäßiger Stop musste zwischen Hainichen und Nossen eingelegt werden. Ein schleichender Plattfuß am Hinterrad war die Ursache. Mit eingeschränkten Möglichkeiten wurde das Problem provisorisch gelöst, um erst einmal noch 10-12 km voranzukommen. Denn dort wartete am Eingang von Nossen unser Tourtransporter. In ihm befand sich sowohl weiteres Werkzeug, Ersatzmaterial, als auch Verpflegung zur zwischenzeitlichen Stärkung. Nach einer kurzen Pause ging es weiter Richtung Meißen. Die Route führte nun hinab ins Elbtal und wir Sechs konnten es bergab geschmeidig rollen lassen und kamen gut voran. Die Kulisse in Meißen wurde zügig für ein Foto genutzt und dann ging es auch schon gleich weiter Richtung Moritzburg. Auf dem Weg nach Moritzburg kamen wir an dem Örtchen Oberau vorbei. Das Wasserschloss in diesem Ort nutzten wir für ein Gemeinschaftsfoto in einheitlichem Outfit. Nach dem Foto schwangen wir uns wieder auf die Sättel, denn Moritzburg war noch nicht erreicht. Inzwischen näherten wir uns immer mehr der Mittagszeit, was zur Folge hatte, dass immer öfter auch mal die Sonne hervortrat. Nach den letzten trüben, nassen Tagen ein ungewohnter und zugleich aufmunternder Zustand. Mit leichtem Druck auf der Pedale spulten wir die letzten Kilometer bis Moritzburg ab. Hier endete die reine Radfahrt und es wurde auf das Duathlonprinzip gewechselt. Auf den letzten 50m und somit quasi in Sichtweite unseres Transporter ereignete sich dann noch ein kleiner Unfall. Zwei unserer Radfahrer kollidierte und stürzten jeweils über ihre Lenker. Glücklicherweise bleiben beide bis auf oberflächliche Kratzer unverletzt, sodass sie uneingeschränkt weiter mitwirken konnten.
Mit Blick auf das Wasserschloss Moritzburg starteten nun die ersten beiden Läufer im Duathlon nach Dresden hinein in die Altstadt. Dort wurden wir von Bürgermeister Dr. Peter Lames (Beigeordneter für Finanzen, Personal und Recht der Stadt Dresden) an der Dresdner Frauenkirche empfangen. Er zeigte sich sehr begeistert und interessiert an unserer Tour.
Ebenso an der Frauenkirche trafen wir dann auch auf unsere weiteren Lauf-KulTouristen, die sich mit dem Zug nach Dresden aufgemacht hatten. Darunter waren auch zwei neue SportlerInnen, die einerseits für einen anderen Sportler einsprangen bzw. als unterstützender Sportler dazustießen.
Während die beiden Sportler ihren Duathlon in die Stadt Dresden abspulten, kam in Moritzburg auf dem Parkplatz vorm Wasserschloss das nächste Problem ans Tageslicht. Das Auto einer Betreuerin sprang nicht mehr an. Die Ursache war eine leere Autobatterie, die während der Wechselpunkte gern zum Aufladen von Smartphone-Akkus etc. verwendet wurde. Die Besitzerin des Fahrzeugs war glücklicherweise gut ausgestattet und führte ein Starterkabel mit sich. Das Betreuerteam und die restlichen Sportler lösten das Problem mithilfe des mitgeführten Transporters und überbrückten die Autobatterie. An dieser Stelle möchte ich als Sportler meinen großen Dank an das gesamte Betreuerteam aussprechen. Durch die vielen großen und kleinen Dinge tragt ihr mindestens einen genauso großen Beitrag am Gelingen der Sachsen-Edition bei, wie wir Sportler. Sei es durch Gesten, Aufmunterung, Besorgungen, Organisation, stets positiver Ausstrahlung, das Erkennen von Wünschen oder auch nur das Abnehmen und Wegbringen von Müll zur zwei Meter entfernten Mülltüte. IHR SEID SPITZE! DANKE EUCH! Auch auf dem Rückweg von Dresden nach Chemnitz blieb das Wetter erstaunlich stabil. Der mögliche Regen, der für den Nachmittag vorhergesagt war, blieb glücklicherweise aus. Wir hatten auf den letzten beiden Etappen nun wahrlich mehr als genug externe Kühlung von oben ab bekommen. Das verbesserte Wetter war sowohl für Mensch als auch für Material ein Segen, sodass die Klagen der Sportler über verschlissene Bremsen deutlich abnahmen. Ich als Rookie habe auf den letzten Etappen immer mal so zufällig aufgeschnappt, dass sich auf den Touren der Vorjahre ein Lied als echter Lauf-KulTour-Klassiker hervorgetan haben soll. Und heute auf dem Rückweg nach Chemnitz kam auch ich nicht drum herum, dieses besondere Werk zu hören. Dabei handelt es sich um das Lied mit dem Titel: "Ferien in Algerien". Innerhalb der Lauf-KulTouristen schlägt das Pendel der Meinung zu dem Lied in beide Extreme. Von absoluter Extase bis hin zu abgrundtiefem Hass. Und auch ich habe schnell festgestellt, dass ich diesen Liedzeilen nur wenig bis gar nichts abgewinnen kann. Begleitet von Musik haben Team Eins und Team Zwei einige Kilometer vorm Ziel auf das dritte und letzte Läuferteam aufgeschlossen. So konnte das gesamte Team gemeinsam die Etappe abschließen und ins Tagesziel am Campus einlaufen. Wie schon am Vortag hatte ich den Eindruck, dass meine Beine mit jeder Stunde, die wir unterwegs waren immer weiter aufgingen und vor Energie strotzten. Während es am Beginn meist noch zäh anlief, freuten sich die Beine zum Ende hin über jeden Anstieg der noch vor uns lag und erklommen werden durfte. 

Nachdem wir mit dem letzten Tageslicht im Ziel angekommen waren und auch endlich mal nicht durch den Regen ausgekühlt, durchnässt und aufgeweicht wurden, stand nun die schnelle Stärkung auf dem Programm. Hierzu wurde ein Stapel Pizzen bestellt und angeliefert. Jeder hat gern und kräftig zugegriffen. Ein wirklich gelungener Tagesabschluss.

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