Tag 8: Die Flotte zieht weiter

Schon eine Woche sind wir on Tour, oh man wie die Zeit vergeht. Und die vergisst man auf der Lauf-KulTour all zu oft. So fragt man sich schon mal des Öfteren, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit man überhaupt gerade tourt? An der Nordsee scheinen sich die Uhren ohnehin langsamer zu drehen: Schafsherden, die auf dem Deich chillen, verschlafene Ortschaften, weite Felder und sehr nette, hilfsbereite Menschen mit ruhigem Gemüt. Dies kann das Radbegleiter Team 1 bestätigen. Donnerstag früh 6 Uhr im Feld irgendwo an der See: Radbegleiter Team 1 wartet auf den nächsten Wechsel. Das Wohnmobil auf einer Wiese geparkt, versucht das Team zu ruhen. 2 Stunden später: Aufbruch zum nächsten Wechsel - gescheitert! 2 Stunden Dauerregen haben die Wiese kurzer Hand zu einem Sumpf verwandelt, sodass sich der Bus auf Grund mehrmaliger Startversuche festgefahren hatte. Alle Selbsthilfemaßnahmen scheiterten. Unser Kameramann Sebastian machte sich auf zur nächsten Straße, stoppte eine Dame mit einem VW Bus und bat um Hilfe. Auch der Versuch den Bus aus dem Schlamm zu ziehen misslang. Also nahm die hilfsbereite Frau Sebastian mit ins nächste Dorf, organisierte dort einen Traktor. Ohne mit der Wimper zu zucken war das Wohnmobil befreit und dies vor allem zur Freude von Steffen, denn dieser musste dadurch notgedrungen 7 Stunden auf dem Rad verbringen bis das Team ihn erlösen konnte. Das Highlight des Tages, wenn nicht sogar der gesamten Tour, war die herzliche Einladung der Familie Groenewold in Emden. Bei der Lauf-KulTour 2010 trafen wir Annegret und ihren Mann Gert, der auf Grund einer Muskelkrankheit nahezu immer im Rollstuhl sitzt, bei einem offiziellen Termin in Emden. Begeistert von unserem Projekt luden sie uns bereits damals für die LKT 2011 zu sich ein. Mit größter Begeisterung und Gastfreundlichkeit wurden wir in Emden von dem Ehepaar, motivierten Mitläufern und einigen Reportern hiesiger Zeitungen herzlichst empfangen. In gemütlicher Runde durften wir es uns alle (20 hungrige Sportler!) in ihrem Wohnzimmer am gedecktem Tisch bequem machen, was für ein Luxus?! Kredenzt wurden verschiedene Suppe, Brot, Rote Grütze- natürlich alles selbst gemacht, sogar an unseren Vegetarier Fränk bzw. nahezu Veganer Knödi wurde gedacht. Die Krönung war der Genuss einer Dusche, was will das Läuferherz mehr? So konnten wir den Groenewolds nicht genug danken, da versorgten sie uns noch mit frischen Trinkwasser sowie Birnen und verabschiedeten uns mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen 2012. Wir kommen gern. DSC_3400 Nach dem Läuferwechsel vor dem Hause Gronewolds führte Theresa der Track durch die Stadt in Begleitung von neun motivierten Mitläufern eines Emdener Laufvereins. Nun geht es gen Süden auf den Deichen der Ems. Für eine nette Unterhaltung bzw. einem Wissensexkurs übers Ostfreisland sorgte Matthias, der die Tour bei Race Map verfolgte, um dann Fränk, Benjamin und Tina 40km auf dem Rad von Oldersum bis nach Papenburg zu geleiten. Super, Danke Matthias! In Folge des schlechten Wetters der letzten Tage hat es Tina und Fränk im Team 1 mit einer Erkältung erwischt, sodass sie nun leider die kommenden Einheiten langsamer angehen bzw. gar aussetzen sollten. Darf das Team noch weiter schrumpfen? Nachdem Daniel in den letzten Einheiten einen Gang zurück schalten musste, hat er heute seine Fitness aber vor allem den Spaß am Laufen wieder gefunden und ist nahezu beschwerdefrei gerannt. Dennoch versuchte Onkel Dr. Tim via Telefonanweisung von Christian Thieme, Sponsor und Chef der Allthera Physiotherapie in Chemnitz, den verhärteten Muskel von Daniel bestmöglich zu tapen. Im Meistern von Strapazen sind wir mittlerweile Profis, denn wir halten unseren Zeitvorsprung von bisher 2 bis 3 h „Tag ein, Nacht aus“. Die entspannten Etappen liegen nun hinter uns. Am Montag wird Nela hoffentlich wieder zum Team stoßen, um uns hoffentlich bei der Bewältigung der kommenden härteren Etappen zu unterstützen. Zu zwölft läuft es sich immer noch am besten.

Es gibt bisher 2 Reaktionen auf diesen Artikel

  1. Moin liebe Läufer,

    hab ich doch gerne gemacht, euch 4 Stunden zu begleiten. Werde eure etwas „chaotische“ Streckenführung in dieser Ecke überarbeitet mit besseren Strecken in den nächsten Tagen euch noch mal zukommen lassen, damit ihr nächstes Jahr ein bischen bessere Wege hoffentlich mit Sonne zurück legen könnt. Für mich ist auch interessant, dass ihr die Strecke, die ich im Juni in einer Woche mit dem Rad zurück gelegt habe, in zwei Tagen lauft. Respekt!!!
    Wenn ihr nächstes Jahr noch einen Radbegleiter braucht, schreibt mich mal an. Könnte mir auch vorstellen, an solch einer Aktion mal mitzuwirken.
    Liebe Grüße und gute Besserung an die Kranken
    Matthias

  2. Hey Leute, grüßt mir die Pfalz und genießt das schöne Wetter und die netten Leute dort! Einen schönen Sonntag im wahrsten Sinne des Wortes wünscht euch allen Bianka

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