Mit einem starken Team startete die Lauf-KulTour 2010 am 3. September 2010 in die bewährte Richtung: gegen den Uhrzeigersinn einmal um die Republik. Im Rahmen des Brühlfestivals B51 fiel der Startschuss nachmittags auf dem Brühl-Boulevard, wo die eleganten Trommlerinnen des „Drums Alive“-Projektes den Läufern und allen Zuschauern so richtig Stimmung machten. Die zwölf Läuferinnen und Läufer strotzten nur so vor Freude und Neugierde. Dieses Gefühl sollte nun 16 Tage lang anhalten. Und neben der läuferischen Ausdauer sollte auch die Geduld dabei immer aufs Neue auf die Probe gestellt werden. crw_8458-crw_Verteilt auf fünf sportliche Kleinbusse der Firma Pössl begab sich das Team auf die abenteuerliche Reise. Die Campingmobile bewiesen sich als treue Gefährten, auch auf den unwegsamsten Feldwegen. Wendig und klein – eine gute Kombination. Doch nach ein paar Tagen machten sich nicht nur die Knie und Achilles-Sehnen so mancher Läufer bemerkbar. Ein viel größeres Unterfangen bereitete eine Reifenpanne Team 3 bereits in der Oberlausitz: Ohne die unauffindbare Spezialnuss ließ sich nämlich das Felgenschloss des platten Vorderrades nicht öffnen, und so war eine große Portion Improvisation gefragt. Dass das Team einwandfrei funktionierte, zeigte sich schon hier: Während Annika und Eva einen gewitzten Automechaniker ausfindig machten, der den Reifen wechseln konnte ohne das Rad von der Achse zu montieren, kompensierten die restlichen 10 Läufer den Ausfall, bis die beiden Mädels und ihr Teambus 36 Stunden später wieder „on track“ sein konnten. Und wer hätte gedacht, dass wir es noch vor Freiburg schaffen, den Pannenstand Auto zu Fahrrad auf 2 zu 1 zu katapultieren? Gleicher Teambus – gleiches Rad – same procedure… Und wer war allzeit dabei und dokumentierte? Hike! Unser bester Kameramann, der nie müde ward und ständig auf Achse war. Von Bus zu Bus vagabundierte er um überall und nirgendwo alles bildlich einzufangen, was der Nachwelt nicht vorenthalten werden sollte. Und damit die schönsten Szenen für den geplanten Dokufilm auch so richtig saßen, durften die Läufer auch eine nicht zu unterschätzende Mannequin- Rolle übernehmen. Wann immer sich eine schöne Szenerie auftat, bat Hike zum Fototermin, zum Posieren und zum Nachstellen symbolischer Staffelübergabe-Sequenzen. Mit Herzblut dabei, begleitete Hike auch immer wieder Läufer mit dem Rad oder zu Fuß um Bilder und Eindrücke zu sammeln. img_0224Ebenso enthusiastisch, bildschön und zuhauf begingen die Lauf-KulTouristen Pressetermine und Empfänge. Als Botschafter der Stadt der Moderne hatten die 12 Läufer und ihre 6 Radbegleiter die ehrenvolle Aufgabe für die Region Chemnitz als Lebens-, Arbeits- und Studienort deutschlandweit zu werben. Sie luden ein, gemeinsam mit Chemnitz das Jahr der Wissenschaft zu begehen oder im darauffolgenden Jahr sein 100-jähriges Rathausjubiläum zu feiern. Außerdem erregten sie Aufmerksamkeit für muskelkranke Menschen. In diesem Sinne bekamen Besuch von der Lauf-KulTour 2010 unter anderem das Rathaus in Lübeck, die Jugendherberge in Bremen, die ArGe in Emden, das Rathaus in Münster, die Bundesgeschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) bei Freiburg, die Jugendherberge in Lindau und die Stadt Bayreuth. Allerorts wurden die Sportler herzlich empfangen, oft bewirtet und geehrt. Auch private Einladungen nahmen die Läufer gerne wahr. So bereiteten z. B. Familie Gräfer und Familie Donner vor der Kulisse der Burgruine Rötteln bei Lörrach einen nächtlichen Empfang mit Pizza, französischem Gemüsekuchen, und einem sagenhaften Ausblick auf die Schweiz und Frankreich. Solche Stationen an der Strecke motivieren ungemein und geben dem Team Kraft um die große Herausforderung zu meistern. Auch der Austausch mit muskelkranken Menschen in der Geschäftsstelle der DGM und bei mehreren Presseterminen steigerte das Bewusstsein der Läufer für ihre Rolle als Lauf-KulTouristen. Bei Hitze und Frost, Tag und Nacht, bei Sonne und Regen, gegen den Wind, manchmal mit Schmerzen, manchmal mit Leichtigkeit – die 4000 km wurden zum vierten Mal in Folge durch ein Team von nur 12 Läufern bewältigt. Bei den Radbegleitern herrschte dagegen dieses Jahr hohe Fluktuation: ihr Team bekam oft Zuwachs, aber ließ so manchen an einem Bahnhof auf der Strecke. Nichtsdestotrotz – oder gerade deswegen – wurden die Läufer von ihnen bestens betreut. Unser leckeres Sponsorengetränk Caps hatte zwar bald einen einschlägigen Ruf weg: denn weil die Radbegleiter den Läufern manchmal zu viel des guten Isotonikums reichten, war es bald ihre exklusive Aufgabe, immer für eine Rolle Klopapier im Rucksack zu sorgen. Bald verschlimmerte sich diese Pausenkultur dermaßen, dass aufgrund des zeitlichen Verzugs dazu angehalten werden musste, den Caps-Konsum schlagartig einzudämmen. Das Laufen allein regt die Verdauung nämlich vollkommen ausreichend an. img_8846Man merkt wiedermal: Zimperlichkeiten haben auf der Lauf-KulTour nichts zu suchen: Auf kleinstem Raum 16 Tage und Nächte gemeinsam zu verbringen heißt auch mal, die eine oder andere Stinkesocke der Teammitglieder im Gesicht hängen zu haben. Aber man wächst sich auch gegenseitig ans Herz, während es nach nassem Hund riecht und kommt sich dabei noch körperlich näher. Denn wenn – spätestens nach einer Woche – die Waden zumachen und die Oberschenkel brennen, dann hilft vor allem eines: Triggerpunktmassage. Dank einer beispiellosen Kurzeinführung in die wirksamsten Sportmassagetechniken durch Physiotherapeutin Kati, noch eine Woche vor Tourstart, waren die Teams bestens gerüstet um sich gegenseitig Schmerzen zuzufügen. Denn was nicht tötet, härtet ab, und wer locker sein will, muss leiden. Mit der altbewährten Pferdesalbe wurde geknetet und gedrückt, Amateure entwickelten sich zu Rehaspezialisten und schmerzerfüllte Schreie erfüllten die Pausen. img_1909Die wahre und nötige Regeneration startete am 19.09.2011 im ersehnten Ziel der Lauf-KulTour 2011: Die Empfangsgemeinde begleitete das Team auf den letzten Metern vom Chemnitzer Marktplatz zur Sektdusche an der Schlossteichhalle. Die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ehrte unsere Läufer mit Worten und Botschafter-Urkunden und überreichte eine riesige Sahnetorte in Deuschlandform. Die Zauberhände der Allthera-Physiotherapeuten kneteten hartnäckige Muskelverhärtungen weich und Journalisten und Fernsehkameras fingen einmalige Momente der Freude, der Erleichterung und des Teamgeistes ein. Trotz anfänglicher, vermeintlicher Engpässe bei der Finanzierung hat das eingespielte Organisationsteam der Lauf-KulTour um Dirk Lange auch 2010 wieder einen einmaligen, erfolgreichen Spendenlauf auf die Beine gestellt und mit Bravur durchgeführt. Nicht nur die Läufer und ihre Radbegleiter, sondern alle Förderer im Hintergrund leisteten unmessbare Unterstützung und trugen zum Gelingen der Lauf-KulTour 2010 bei. Ein riesiges, herzliches Dankeschön an alle! Wer die täglichen Einträge in das Tour-Tagebuch lesen möchte findet diese hier.

Laufend Gutes tun

Auch diesmal haben wir, wie bereits in den vorhergehenden Jahren, wieder auf Menschen aufmerksam gemacht, die der Fähigkeit sich frei zu bewegen, beraubt wurden oder diese nie kennenlernen durften. Für jeden Mitläufer floss eine Spende in Höhe von einem Euro an die Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. Die DGM ist mit ca. 7.500 Mitgliedern die größte deutsche Selbsthilfevereinigung für Muskelkranke Menschen. In ihrem Wirken setzt sie sich für die Selbstbestimmung, Lebensqualität und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben Muskelkranker und Ihrer Angehörigen ein. Seit 2006 arbeiten wir eng mit der DGM zusammen und versuchen nicht nur monetäre Unterstützung zu bieten, sondern wollen vor allem Aufklärungsarbeit leisten.

Wann waren wir wo

Den Startschuss der diesjährigen Lauf-KulTour stellte das "B51"-Festival dar, das Wissenschafts-, Musik- und Sport-Festival im Rahmen des "Jahres der Wissenschaft". Den Zeitplan für den weiteren Verlauf mit voraussichtlichen Ankunftszeiten findest du noch hier. Außerdem hatten wir dieses Jahr eine Neuerung eingebunden, die es nahezu unmöglich macht uns auf der Strecke zu verpassen. Die sogenannte Racemap bietet mittels GPS jederzeit Zugriff auf die aktuelle Position aller Tourteilnehmer. Das macht es nicht nur potenziellen Mitläufern einfacher uns zu finden sondern reduziert gleichzeitig für uns die Gefahr sich an den Wechselpunkten zu verpassen. Hier könnt ihr euch nun die Aufzeichnung 2010er Lauf-KulTour anschauen.

Sonst noch was?

Neben dem Laufen gab es in diesem Jahr, wie auch schon 2008 und 2009 die Möglichkeit auch “fahrend Gutes zu tun”. Rad-KulTour nennt sich das ambitionierte und in der Attraktivität stets steigende Teilprojekt. Es soll den Einstieg in ein sportliches und gesundheitsorientiertes Leben für noch mehr Menschen ebenen. So konnten dieses Jahr Interessenten den Tross der Lauf-KulTour auf dem Fahrrad begleiten. Die Rad-KulTour wird von 2 Teams bestritten. Jedes der Radteams muss täglich eine Etappe von 100 bis max. 205km zurücklegen. Die Strecke ist zu einem Großteil mit dem Mountainbike zu absolvieren und verläuft auf den Wegen der Lauf-KulTour. Die Radler sind also nicht Tag und Nacht unterwegs, sondern nur solange bis das jeweilige Tagesziel erreicht ist. Jedes der Teams besteht aus 3 Sportlern die miteinander die Strapazen meistern werden. So soll eine Ersthilfe bei möglichen Stürzen in dem doch oft sehr schwierigen Gelände gesichert werden. Der kleine Bruder wird täglich zweimal auf den aktuellen Läufer der Lauf-KulTour treffen.

Auch 2010 gab es wieder schöne Bilder:

Und hier die wirklich sehenswerte Dokumentation von Stephan Kuche:

Läuferteam I (2Uhr - 6Uhr & 14Uhr - 18Uhr)

Läuferteam II (6Uhr - 10Uhr & 18Uhr - 22Uhr)

Läuferteam III (10Uhr - 14Uhr & 22Uhr - 2Uhr)

Radbegleiter Team 1 (2Uhr - 14Uhr)

  • Norbert Fahrack
  • Carl-Philipp Kothe
  • Stephan Kuche

Radbegleiter Team 2 (14Uhr - 2Uhr)

  • Stephan Zieger
  • Peter Mischkale
  • Frank Weißbach
  • Michael Schüppel

Rad-KulTour

Partner und Sponsoren*

Wir bedanken uns bei allen, die dabei geholfen haben, dass auch 2010 wieder eine Lauf-KulTour stattfinden konnte:

ADMEDIA RehaAllthera: Praxis für PhysiotherapieBeti Lue. SalbenmanufakturCAPSChemnitz - Stadt der ModerneChemnitz-zieht-an.deCOVAC Elektro und AutomationDeutscher Olympischer SportbundDresdner LaufsportladenFLEXX Fitness-StudiosFSR Human- und SozialwissenschaftenFSR MaschinenbauFSR Philosophische FakultätFSR PhysikGORE RUNNING WEARIMM GruppeLeipziger LaufladenLEX LaufexpertenNew BalanceO-motionPösslRADFABRIK ChemnitzStudentenwerk Chemnitz-ZwickauStuRa TU ChemnitzTechnische Universität Chemnitzthoni maraUNI-COPY DietzeVerein für Gesundheitssport und Sporttherapie e. V.

* in alphabetischer Reihenfolge